Lieber Daddy-Long-Legs – Jean Webster

Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie „Mr Smith“, denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton. (Königskinder)

Meine Meinung

Der erstmals 1912 erschienene Briefroman rund um das Waisenkind Judy Abbott, wurde inzwischen auch schon einige Male verfilmt. Bisher kannte ich aber weder das Original noch die Filmadaptionen, und obwohl Judy anders ist als ich sie mir vorgestellt habe, mochte ich ihre freche, direkte Art sofort. Sie hat keine Angst zu sagen (oder schreiben), was ihr gerade auf der Seele brennt.
Als Leser weiß man schon ziemlich schnell, wer hinter dem geheimnisvollen Gönner steckt. Umso witziger ist es dann Judys Briefe zu lesen, die davon keine Ahnung hat. Nicht jeder Brief gleicht jedoch dem anderen und so spiegeln die Worte jeweils ihre Stimmung und Laune wider. Außerdem (habe ich mir zumindest eingebildet) merkt man, wie sie im Laufe der Zeit erwachsen wird Denn immerhin umfasst der Briefroman eine Zeitspanne von 4 Jahren, in denen wir Judy durch ihre Studienzeit begleiten. Während sie anfangs alles schildert, was ihr so passiert, wird sie in späteren Briefen zunehmen kritischer und philosophisch. Durch ihren Humor und Charakter macht es große Freude sie zu begleiten und an ihren Wünschen und Sorgen teilzuhaben.
Was man sich beim Lesen allerdings vor Augen halten sollte ist, dass Frauen in der damaligen Zeit nicht die Rechte hatten, wie das heute der Fall ist. Studium, ein eigener Beruf und Einkommen waren für Frauen damals keine Selbstverständlichkeit. Jean Webster war daher eine der wenigen Autorinnen, die sich mit Themen wie der Frauenbewegung anderen sozialen Fragen beschäftigt hat.

 

 

Fazit

Ein inzwischen über hundert Jahre altes Buch in einem wunderschönen Kleid! „Lieber Daddy-Long-Legs“ ist meiner Meinung nach eine sehr süße Geschichte, die man nur zu gerne bis zur letzten Seite liest. Ich persönlich hatte sehr viel Freude damit, Judy bei einem Abschnitt ihres Lebens zu begleiten.

5-sterne

Nun möchte ich auch noch ganz herzlich dem Carlsen Verlag danken, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Der Wert der eigenen Meinung ist jedoch sehr wichtig, und meine Meinung bleibt unbeeinflusst.

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