Larry Brown – Fay

 

2017-07-19 17.58.37

Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hüte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem bessere Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.

Meine Meinung

Dieses Buch habe ich mal per Zufall bei jemanden auf Instagram gesehen. Der Inhalt, war irgendwie anders und machte mich neugierig. Solch eine Geschichte hatte ich nämlich in der Art noch nie gelesen.
Deshalb auch einen großen Dank an den Heyne Hardcore Verlag für das Rezensionsexemplar. Mehr Infos zu dem Buch erfährst du hier.

Zu Beginn der Geschichte ist man zugleich mit dabei auf Fay’s Flucht. Man erfährt hierbei nicht viel von ihren alten Leben. Nur so viel, dass sie von ihren gewalttätigen Vater geflohen ist und ihre Geschwister zurücklassen musste. Sie ist nun auf den Weg auf ein besseres Leben, um auch später ihre Geschwistern zu helfen. Auf ihrer Reise hat Fay aber nicht viel dabei, bis auf Zigaretten und wenige Dollar.
Sie ist relativ naiv und glaubt anfangs immer an das Gute im Menschen, weswegen sie auch zu jedem „Typen“ mitgeht.
Aber nicht alle meinen es gut mit ihr. So sind Missbrauch und Gewalt ihr neuer Begleiter. Auch wenn sie auf Menschen stößt, bei denen man meinen könnte, hier könnte sie ein neues zu Hause finden, schlägt das Schicksal bald aufs Neue zu und Fay muss wieder flüchten. So befindet man sich selbst als Leser auf ein regelrechtes auf und ab.
Was mich hierbei besonders fasziniert hat, war der Schreibstil. Selten habe ich ein Buch gelesen, dessen Beschreibungen einen die Landschaft, den Wind, die Luft und alles Mögliche spüren lässt. Alles wurde irgendwie so bildlich erzählt, dass man sich jeden Grashalm vorstellen konnte. Aber diese Details wurden nicht unnötig in die Länge gezogen, sondern Larry Brown, schaffte es die Dinge auf den Punkt zu bringen. Auch die Unschönen Dinge schildert er knallhart, ohne sie zu verharmlosen. Und dieser Schreibstil ist meiner Meinung nach das Herzstück des Buches und macht dieses zu etwas ganz besonderen.

Es gab auch gewisse Längen, wobei sich diese aber noch recht in Grenzen gehalten haben.  Was ich auch sehr faszinierend fand, war die Tatsache, dass die Charakteren, weder Fay selbst noch die zahllosen Personen die sie trifft wirklich sympathisch waren. Jeder hatte so seine Schattenseiten und mit keinen kann man sich wirklich identifizieren, aber dennoch tut dies der Geschichte keinen Abbruch.
Aber man kann bei Fay eine ziemliche Charakterwandlung erkennen. Anfangs noch das Mädchen, das das Gute in der Welt sucht und durch die Realität selbst zu einer gewissermaßen härteren Person wird.
Was mir nicht zugesagt hat, war das Ende. Dadurch dass das Buch stolze 650 Seiten hat, wurde sich für einige Situationen viel Zeit gelassen, um das Ganze gut aufzubauen und darzustellen. Zum Ende hin, nahm die Erzählgeschwindigkeit aber deutlich zu. Es passierte in so wenigen Seiten so viel, dass man nicht wirklich das gelesen verarbeiten konnte. Alles wurde schnell, schnell beendet und deshalb, weiß ich auch nicht, was ich von dem Ende halten soll und war hierbei etwas enttäuscht.

Fazit

Wer auf eine schöne idyllische Geschichte hofft, sucht bei Fay vergeblich danach. Eine Geschichte um ein Mädchen, das vor Gewalt flieht und dennoch sich wieder in einer Welt wiederbefindet in der auch Gewalt und Missbrauch eine Rolle spielen. Viel kann ich zu dem Buch nicht sagen, da man es Lesen muss, um dieses gewisse Feeling nachvollziehen zu können. Wer aber mal ein etwas anderes Buch sucht und wert auch Darstellung legt, sollte sich dieses Buch definitiv mal genauer ansehen.

3-5-sterne

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