Cecelia Ahern – Flawed

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Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte. Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.

Meine Meinung

Alles muss perfekt sein. Dein Handeln muss perfekt sein. Ist es das nicht bist du Fehlerhaft.
Klingt eigentlich recht logisch dieses System in Flawed. Aber ist es das wirklich?  Celestine steht voll und ganz hinter dem System und der Gilde, die das Ganze mehr oder weniger kontrolliert. Celestine hält sich an allen Regeln, hat einen perfekten Freund, perfekte Note. Führt das perfekte Leben. Und stellt das nie zur Frage. Bis eines Tages ein Fehlerhafter Mann droht im Bus zu sterben. Und jeder sieht weg und handelt nicht. Denn es ist verboten einen Fehlerhaften zu helfen. Aber hier stellt Celestine zum ersten Mal das System in Frage. Kann es wirklich das perfekte Verhalten sein, jemanden beim Sterben zuzusehen, obwohl man es verhindern könnte? Auch wenn es sich hierbei um einen Fehlerhaften handelt? Und Celestine hört dieses Mal auf ihr Herz und schreitet ein mit Folgen. Denn sie hat einen Fehler begangen und muss bestraft werden. Aber ihre Tat, ist für viele mehr als nur ein Fehler. Es ist ein Zeichen…

Natürlich ist es nicht gerade das beste Verhalten, wenn man seine Frau betrügt oder als Fitnesstrainer seinen Kunden nur was vormacht. Es ist nicht richtig, aber sollte man Menschen, die einen solchen „kleinen“ Fehler gemacht haben, so bestrafen und sie von der Gesellschaft ausschließen. Denn wer als Fehlerhaft gekennzeichnet ist, muss sich von nun an andere Regeln halten. Kein Luxus, nur die notwendigsten Nahrungsmittel, eine Sperrstunde, die man einhalten muss, jegliche Kontrollen über sich ergehen lassen und die (teilweise boshafte) Verachtung der perfekten Mitglieder der Gesellschaft.
Und kann es wirklich ein Fehler sein, jemanden zu helfen, selbst wenn man ihn eigentlich verachten sollte?
Deshalb fand ich das Buch schon von Anfang an so interessant. Weil hier auch mit der Moral der Menschheit gespielt wird. Wo fängt sie an und wo hört sie auf. Auch diese „solange-es-mich-nicht-betrifft-ist-es-mir-egal“ Thematik, wird hier wirklich gut miteingebaut. Denn ich glaube jeder hatte mal diesen Gedanken und wollte lieber wegschauen und in diesem Fall wird dem Leser gezeigt welche Folgen das hat und warum man eben nicht wegschauen soll. Dieses Buch bringt einem deswegen öfter mal zu überlegen.
Auch ist es ein Dystopie-Roman, der gar nicht mal so weit von unseren Leben weg ist. Es gibt keine Distrikte und Hungerspiele, wie bei die Tribute von Panem oder Fraktionen bei der man sich für eine entscheiden muss, wie bei die Bestimmung. Und das macht die „Flawed“ irgendwie so realistisch und schockierend zugleich. Und man muss auch sagen, dass einige Stellen im Buch schon sehr brutal waren, so dass man schon mal schlucken musste. Was aber zu den einzelnen Stellen gut gepasst hat und das Ganze noch mal untermalt.
Das einzige was nicht so ganz passte war die Hauptprotagonistin Celestine.
Anfangs das perfekte Mädchen, das mutig genug war zu handeln. Aber dennoch glaubte sie immer noch an das Gute im Menschen und kam sie so naiv wie sie war von einem Schlamassel zum anderen. Und sie zog ihre Naivität konsequent durch. Aber dann hat sie auch noch so leichte Gefühlschwankungen. Sie ist in einen Moment trotzig, dann wieder das kleine unschuldige Mädchen. Dann von einem Moment wütend auf alle und jeden und im nächsten Moment ist alles wieder im Lot. Und dadurch ist man stellenweise etwas genervt von ihren Verhalten, was sich aber zum Schluss hin wieder besser wird.
Auch spielen unglaublich viele Charaktere eine Rolle. Bei manchen ist es einem von Anfang klar, dass der ein falsches Spiel treibt und bei manch anderen ist sowohl positiv als auch negativ überrascht. Was hierbei beim Lesen wirklich für Abwechslung sorgte.
Auch war ich anfangs sehr skeptisch, als ich las, dass Cecelia Ahern solch ein Buch verfasst, das so untypisch für sie ist. Aber man muss sagen, dass ihr Schreibstil sehr angenehm war und man schnell in das Geschehene reinkommt. Man ist teilweise in so einem Lesefluss, dass die Kapitel nur so verfliegen. Aber hier auch ein Manko. Dadurch dass das Ganze so flüssig ist, wird manches schnell erzählt und abgehackt. Ist zwar meist kein großes Drama, aber trotzdem tut man sich ein wenig schwer alles richtig nachvollziehen zu können. Was dann aber ein wenig zu viel des Guten war, war der Schluss, beziehungsweise die letzten Kapitel. Hier hat man das Gefühl, das krampfhaft versucht wurde so viel wie möglich noch reinzuquetschen. Und so passieren in den letzten 100 Seiten so viele Sachen, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass man sich etwas mehr Zeit gelassen hätte. Auch wurden Charaktere und Informationen kurz angeschnitten und kamen teilweise gar nicht mehr vor. Natürlich werden sich solche Dinge in dem weiteren Band klären. Dennoch finde ich das manche Sachen einfach überflüssig waren, die man auch weglassen hätte können und sich mehr auf anderes konzentriert hätte.

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Fazit

Auch wenn mir das schnelle abhandeln von manchen Sachen nicht ganz so zugesagt hat, hat mir „Flawed“ sehr gut gefallen. Eine Dystopie die sehr realistisch und einem zum Nachdenken anregt. Ich bin schon sehr gespannt auf den 2.Band.

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Vielen Dank hierfür.

Wenn dir der Schreibstil von Cecelia Ahern gefallen hat und du mehr von der Autorin lesen willst, schau doch mal bei meiner Rezension von „Der Glasmurmelspieler“ vorbei.

4-sterne

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