Feuerrot – Nina Blazon

Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich.

Meine Meinung

In „Feuerrot“ wird der Leser mitgenommen in das Ravensburg des 14. Jahrhunderts und die dortigen Hexenprozesse. Ein Grund warum ich auch gerne historische Romane oder Bücher lese ist, dass man einerseits natürlich unterhalten wird, andererseits aber auch noch etwas lernt.

Der Leser erhält einen sehr guten Einblick in das Leben in der damaligen Zeit, das geprägt ist von zwei Schichten, dem Glauben und Ängsten. Die Inquisition, die für die Enttarnung der Hexen zuständig war, beruft sich dabei auf den Glauben und die Legitimität durch Papst und Kirche. Im Buch werden auch immer am Anfang jedes Kapitels Passagen aus dem „Hexenhammer“ zitiert, welches das zentrale Begleitbuch zur Hexenverfolgung ist. Es gibt auch einige Personen im Buch, die auch wirklich existiert haben, weswegen ich es jedem ans Herzen lege auch das Nachwort zu lesen.

Mir gefällt der Schreibstil von Nina Blazon einfach so unglaublich gut und das war auch hier wieder der Fall, man kommt sehr schnell in das Buch hinein und alle Charaktere werden detailliert beschrieben. Die Geschehnisse erlebt man dabei aus der Sicht von Madda, einem Dienstmädchen für die reiche Humpis-Familie, Beno Humpis und Elisabeth. Durch das schlechte Wetter, Krankheiten und Todesfälle, breitet sich eine gewisse Unzufriedenheit in der Stadt aus. Als dann auch noch der Inquisitor Kramer (Autor des Hexenhammers) nach Ravensburg kommt, um bei den Missständen zu „helfen“, mit anderen Worten die Hexen aufzuspüren, die für das ganze Übel verantwortlich sein sollen, werden Zweifel, Ängste und Misstrauen zwischen den Ravensburger Bürgern gestreut. Am Ende kann man seinem eigenen Nachbarn nicht mehr trauen.

Die Geschichte um die Hexenverfolgung und um die Humpis-Familie sind sehr spannend und haben eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Das Buch zeigt auch die ungeschönten Methoden, die damals bei der Hexenverfolgung gang und gäbe waren, was mir ein erleichtertes Gefühl gab im 21. Jahrhundert leben zu dürfen.

Das einzige mit dem ich zu kämpfen hatte, war die Ungerechtigkeit, mit der man konfrontiert wird. Das waren natürlich andere Zeiten, aber Frauen hatten dort eindeutig einen anderen Stellenwert und an einigen Stellen habe ich eine Gänsehaut bekommen und könnte mich stundenlang über die ein oder andere Absurdität aufregen. Das liegt aber nicht an dem Buch, sondern der Zeit an sich und der Einstellung, welche die Menschen hatten. Die Stimmung des 15. Jahrhunderts im Rahmen der Hexenverfolgung wird im Buch wirklich gut deutlich.

So ist die Frau als solche schon mangelhaft, nur ein unvollkommenes Tier, das jedoch hervorragend lügen und täuschen kann. – Heinrich Kramer

 

 feuerrotbanner

Fazit

Das Buch ist meiner Meinung nach eine Horizonterweiterung und gibt einen guten Einblick über das Leben im Mittelalter und die Hexenverfolgung. Es ist sehr interessant , und ich kann es nur jedem weiterempfehlen, da es eine gute Mischung aus spannendem Jugendbuch und historischen Fakten.

5-sterne

Vielen Dank auch an das Team von Literaturschock und den Ravensburger Verlag, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Feuerrot – Nina Blazon

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s